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Seine Sucht - meine Sucht

07.04.2005, weiblich, anonymisiert

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Übers Internet kennenglernt, lieben gelernt (?), Zukunft, Kind, seine Sucht, Trennungs-Dramas, Familientherapie, wieder zusammen... alles wie im Karussel. Und keiner steigt aus!
Ob das noch Liebe ist, oder wirklich Co-Abhängigkeit?

Ich weiß, dass mein Lebensgefährte ...

  • - ohne Ende chattet und es als harmlos sieht ( wir haben getrennte Wohnungen)
  • - er hat eine "platonische Bekannte" mit der er sporadisch seit Monaten in Telefon-Kontakt steht
  • - er war/ist in single-Foren angemeldet
  • - er bezahlt für nackte Mädels im Internet zu sehen
  • - er hat/hatte Kontakte mit osteuropäischen Internet-Stripperin (oder wie man das auch nennt) "um die Seele der Frauen kennenzulernen und sich über die Wirtschaftslage in Osteuropa zu informieren"
  • - er interessiert sich per Mail über den Husten/Schnupfen von den "platonischen Freundinnen" im Net (bei unserem kranken Kind, weiß er es ja in guten Händen, da muß man nicht nachfragen)
  • - er surft 100-e von Stunden im Internet, öffnet eine Mail-Adresse nach der anderen - er hat ja viele- mir erzählt er, daß er online war, und vergaß rauszugehen...(und wer öffnete dann seine Adressen)
  • - er schreibt liebevolle, verständnisvolle Mails an fremde "interessante" Frauen
  • - er "sucht ja keine Frauen, oder gar Ersatz für mich, nee mich liebt er, das hat nichts mit mir zu tun"
  • - ich wäre "krankhaft eifersüchtig"
  • - ich hätte kein "Selbstbewusstsein", weil mir sein Chatten mit Frauen mir so zu schaffen macht, alles rein platonisch..


  • ..... und ich denke nur: Hilfe, spinne ich, wie kann ich das glauben.

    Trennung - Versöhnung.
    Drama - Liebe.

    Wir sitzen im Karussel und kommen nicht raus!
    Manchmal frage ich mich inzwischen echt, ob ich übertreibe. Mein Bauchgefühl sagt: NEIN. Dein Partner sucht. Sex oder Partnerin???

    Dann sehe ich ihm in die Augen. Nähe, Sanftheit, Liebe (?).Verstehe gar nichts mehr. Monate geht es wieder gut, sein Verhalten wird dann wieder anders: kleine Boshaftigkeiten, keine Zeit mehr, gedankliche Abwesenheit. Und dann ist meine Skepsis wieder da.

    Nur, das sehe ich nicht als Partnerschaft: ich beobachte sein Verhalten, er verändert sich, ich trenne mich, ich gehe bevor ich echt krank werde. Nur genau dann, wird er wieder wie am Anfang: aufmerksam, liebevoll, verletzlich....

    Ich blicke nicht mehr. Spinne ich, oder ist er internetsüchtig?

    Um mein kaputtes Ego aufzupolieren, ging ich in Chats, und single-Foren...habe "rein platonisch" irgendwann telefoniert, hatte Dates, Affäre, und sagte es meinem Freund auch, mit dem Kommentar "alles nur freundschaftlich, du hast keine Zeit für geilen Sex mit mir, du siehst mich nicht, hast eh kein Interesse.... aber es hat nichts mit dir zu tun!"

    Wieder Drama, Trennung - wieder Versöhnung.

    Wäre für jeden Tip hier dankbar, wie man aus diesem Karussel rauskommt!!!

    Habe auch Bücher über Onlinesucht bestellt, nur denkt mein Lebengefährte nicht, daß er onlinesüchtig wäre... Nee, ich würde spinnnen. Und manchmal zweifel ich inzwischen wirklich!




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