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World of Warcraft

Dezember 2005, weiblich, anonymisiert

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Hallo Frau Farke,
Mein Sohn (16) spielt War Craft, es ist ein online Spiel. Ich weiss nicht, ob seine Sucht deswegen online ist. Er ist auf jeden Fall computersüchtig. Mein Mann ist kaum zu Hause, weil er sehr weit von zu Hause entfernt sein Büro hat.

In den letzten 3-4 Jahren ging es mit unsere Ehe ziemlich schlecht. Ich war die letzte Zeit etwas depressiv, mein Mann visionenlos, enttäuscht von dieser Welt, von seinem Traumjob. Wir mussten unsere Eigentumswohnung verkaufen. Es geht allerdings etwas besser. Wir wohnen zwar zur Miete, aber schön. Unser Sohn besitzt einen neuen PC, einen super Bildschirm und alles was ein Jugendliche so braucht :-) oder noch mehr.

Mit seiner Schule (10. Klasse) geht es nicht gut. Er meint, alles unter Kontrolle zu haben. Nach einem langen Gespräch mit seiner Klassenlehrerin versuche ich an ihn ran zu kommen, mich für sein Spiel zu interessieren. Ich frage nicht nach der Schule oder frage kaum.
Er verbringt seine ganze Freitzeit, bis auf zwei Nachmittage in der Woche bei einer Hausaufgabenbetreuung, einer Stunde Tennis, ab und zu selbst etwas machen für die Schule, aber wirklich nur das Minimum, in seinem Zimmer. Entweder spielt er, sitzt vor dem Bildschirm und wartet auf Leute, die mitspielen oder spielt. Manchmal schaut er auch nur fern. Es ist jetzt das dritte Wochenende, das er in seinem Zimmer verbringt, kommt zu Malzeiten, hilft abzuräumen, staubzusaugen, das wars. Wenn ich sehr nett zu ihm bin, redet er auch mit mir ein paar Minuten.

Mir fällt aber die Decke auf den Kopf. Ich habe Lust einen Urlaub zu buchen und einfach ohne ein Wort zu verschwinden. Ich fühle mich für ihn aber verantwortlich und meine, es geht ihm nicht gut mit seiner Sucht. Wie kommen wir da raus? Wer kann mir helfen? Ich wohne im Rheinland und würde am liebsten zu einem Psychologen gehen. Aber außer mir müssten doch noch die anderen. Wie kriege ich das hin? Wir haben noch einen anderen Sohn, der studiert, mit dem ich mich sehr gut verstehe und der vielleicht von dem anderen als Rivale empfunden wird. Nicht dass wir ihn als Beispiel stellen, aber weil alle nur Positives über ihn sprechen.

M.f.G.


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