WOW - Elterliche Zugangsbeschraenkung, ein Erfahrungsbericht
März 2006, weiblich, anonymisiert
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Hallo Frau Farke,
erst mal vielen Dank für Ihre Homepage, die eine große Hilfe für verzweifelte Angehörige darstellt!
Durch Ihren Hinweis kam ich auf die Möglichkeit der elterlichen Zugangsbeschränkung bei WoW.
Mein 17 jähriger Sohn bekommt nämlich seine Spielzeiten selbst einfach nicht mehr in den Griff.
Meine Erlebnisse mit dieser EZ möchte ich Ihnen hier kurz schildern:
Ich ließ mir von meinem Filius, nachdem ich ihn eine Woche komplett vom Internet abgezogen hatte, WoW-Accountname und Passwort geben. Beim Versuch, die EZ einzurichten wurde ich vom System darauf hingewiesen, dass diese Funktion bereits eingerichtet ist! Und zwar auf die e-mail Adresse meines Sohnes! D.h. ich konnte zwar Änderungen an dem Spielzeitplan vornehmen (mit seinem normalen Passwort) aber das elterliche Passwort nicht abändern. Dadurch hatte er ebenso Zugriff auf den Spielzeitenplan, also waren Änderungen durch mich zwecklos!
Dann rief ich bei der technischen Kundenbetreuung an. Dort wurde mir gesagt, dass die minderjährigen Spieler zwar die EZ nicht selbst aktivieren
S O L L E N, das aber per Mausklick durchaus können. Na prima!
Aber es kam noch besser:
um die bestehende Referenz e-mailAdresse für Änderungen des Passworts für die EZ zu ändern, bekam ich von den freundlichen Mitarbeiterinnen eine lange Liste zugemailt, was ich WoW alles zufaxen muss:
- eine Personalausweiskopie von mir
- eine Personalausweiskopie meines Sohnes
- unsere komplette Adresse
- Accountname
- Authentifizierungscode von der Spiele-CD
- die Bankverbindung meines Sohnes
- seine emailAdresse
- meine e-maiAdresse
und das ganze denn per Fax nach Paris...
Mit der Kopiererei und Faxerei war ich einen halben Tag beschäftigt!
Statt einer Personalausweiskopie meines Sohnes nahm ich die Geburtsurkunde, und den Authentifizierungscode der CD fand ich nicht und hatte auch keine Lust, meinen Sohn, der im Entzug und daher etws gereitzt war darauf anzusprechen. War auch nicht unbedingt notwendig, denn dann ging es doch ganz fix: einen halben Tag später hatte ich ein eigenes elterliches Passwort und die Referenz e-mail Adresse war auf meine geändert.
Alles in allem mußte ich mich zwischendurch fragen, ob ich das mit der elterlichen Zugangsbeschränkung vielleicht falsch verstanden habe, und das nicht eine Zugangsbeschränkung d u r c h die Eltern sondern vielmehr f ü r die Eltern darstellen soll... ;-)
Fazit: Minderjährige Gamer, die sich von dem Minivermerk: nur ab 18 Jahre nicht abhalten lassen, können per Mausklick die EZ auf ihre eigene e-mail Adresse OHNE Unterschrift der Eltern, OHNE Personalausweiskopie zum Nachweis der Volljährigkeit einrichten.
Ich konnte mir nicht den Verbesserungsvorschlag an WoW verkneifen, dass es für ihre begabten Programmierer bestimmt kein Problem darstellen sollte, die normale Spieler e-mail-adresse als Referenz e-mail Adresse für die EZ nicht zuzulassen. (Wobei die Jugendlichen dann immer noch eine alternative e-mail Adresse die sie sich woanders zugelegt haben angeben können, also auch keine wirkliche Lösung!)
Nach allem, was ich so in den letzten Wochen und Monaten über WoW gelesen und gehört habe, ist für mich Blizzard inzwischen einer der größten Drogendealer der Welt! Die Chinesen machen es da ganz richtig, wenn sie die Spieleanbieter verdonnern, den Figuren nach 3 Std. Dauerspielziet die Kraft abnehmen zu lassen. Denn so ergeht es den Spielern hinter den Rechnern auch: nach 2,3 Std Dauerspielen verwandeln sie sich in Zombies mit glasigem Blick, die nicht mehr ansprechbar sind.
Die Erfahrung habe ich auf jeden Fall gemacht: Gespräche über das Spiel niemals während oder nach dem Spielen mit dem Abhängigen führen. Das hat nämlich überhaupt keinen Zweck. Da sind die stoned ! Da geht nix rein! Da kommt nix an.
Wenn die Gespräche etwas bringen sollen, müssen sie in Abstinenzzeiten oder mindestens nach der Schule/vor dem einloggen geschehen.
Viele Grüße
xxx