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Mein Sohn zerschlaegt den Schrank und sperrt sich ein, weil ich den PC gesperrt habe

März 2006, weiblich, anonymisiert

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Hallo Frau Farke,

wie viele andere auf dieser Seite habe ich ein Problem mit meinem 16 jährigen Sohn. Er sitzt den ganzen Tag bzw. Nachmittag und Abends nur vor dem PC und spielt verschiedene Strategiespiele. Zum Essen kommt er runter, aber nur weil ich da Druck auf ihn ausübe. Er bekommt von seiner Umwelt nichts mehr mit und hat auch kein Interesse an anderen Dingen. Er lacht fast nie und ist total ernst. Seine Musik hört sich furchterregend an (Dark- u. Gothik-Rock).

Er geht nur zur Schule aus dem Haus und sitzt auch bei schönstem Wetter im Zimmer (verdunkelt), damit er ja besser den Bildschirm sieht. In der Schule hat er massiv nachgelassen. Er mußte bereits einmal wiederholen und steht jetzt kurz vor dem Abschluß der Realschule. Aber wenn er so weiter macht, dann schafft er ihn nicht. Eine Lehrstelle hat er noch nicht, er interessiert sich auch nicht dafür.

Sein Leben findet er sinnlos, hat aber anscheinend keine Selbstmordabsichten. Wir waren jetzt in Beratung, aber der Therapeut hat erst im Mai einen Termin. Er geht zwar hin, aber er findet es total sinnlos, weil er seine Sucht nicht als Problem sieht. Er war schon immer sehr schüchtern und hat sich da selbst eine Welt zusammengebastelt.

Nachdem ich mit seinem Lehrer gesprochen habe, nahm ich seinen PC aus seinem Zimmer raus. Jetzt haben wir natürlich Krieg. Vor lauter Wut hat er seinen Schrank zerschlagen, obwohl er sonst ein eher friedlicher und ruhiger Mensch ist. Allerdings hat er vor einiger Zeit schon angefangen, seine Tür und seinen (inzwischen kaputten) Schrank mit einem spitzen Gegenstand zu "spikern". Er findet das gar nicht schlimm, weil es ist ja sein Zimmer.

Ich denke mir, dass er ganz schön Agressionen aufgebaut hat mit seiner ewigen Sitzerei. Freunde hat er keine, in der Schule wird er als Sonderling behandelt, der mit keinem spricht. Früher war er überall beliebt und hatte viele Freunde. Ein Junge aus der Nachbarschaft kommt fast jeden Tag und mit dem spricht er auch. Aber der kommt nur wegen dem Spielen, weil er daheim nicht so viel an den PC darf.

Unser größter Fehler war, dass wir eine Flatrate installiert haben. Außerdem haben wir einfach zuwenig aufgepasst, wie lange er am Bildschirm sitzt. Es geht verdammt schnell, dass die Jugendlichen abrutschen in die Abhängigkeit. Ich bin mir halt nicht sicher, ob das Wegsperren des PC zu hart war, aber ich wollte ihn aufrütteln. Bitte schreiben sie mir kurz ihre Meinung darüber.

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Mit freundlichen Grüßen
xxx =




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