Mein Ausstieg aus der OnlineSEXsucht!
11. September 2006, maennlich, anonymisiert
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Porno-Ausstieg ist machbar
Hallo,
ich bin männlich, 28 Jahre alt. Auch ich war ca. 5 Jahre pornosüchtig.
Bei mir war es aber nicht so, dass diese Sucht mein Verhältnis zu meinen Mitmenschen
geändert hat. Auch wurde der Pornokonsum nicht auf extreme Gebiete wie Sadomaso und
dergleichen erweitert.
Das Problem war einzig und allein, dass ich nicht mehr genug bekommen konnte und der
Pornokonsum mehr und mehr meinen Alltag bestimmt hat.
Ein Ersatz für realen Sex waren Pornos bei mir nie, es war eher eine Spielwiese, die mir
einfach gefiel - jedenfalls so lange, bis ich bemerkte dass ich nicht mehr damit aufhören
konnte. Ständig saß ich onanierend vor dem PC, teils war überhaupt kein Reiz mehr da, was
mich aber nicht davon abhielt weiterhin täglich zu konsumieren.
Nach dem Studium war dann plötzlich nicht mehr so viel Zeit da, so dass ich Abends erst ein
mal vor den PC musste und mir eine „Dosis" zu verabreichen. Erst zu diesem Zeitpunkt habe
ich mir eingestanden, dass mein Verhalten das eines Süchtigen ist.
Diese Erkenntnis war der Grundstein, um mit dem Problem fertig zu werden. Es sollte
dennoch etwa ein halbes Jahr dauern, bis ich sie in fassbare Erfolge umsetzen konnte. Es
war einfach zu sehr zur Gewohnheit geworden, „auf Jagd" zu gehen. Ich denke, jeder
Pornosüchtige weiß, was ich meine: Obwohl man schon etliche Gigabyte „gesammelt" hat,
sucht man immer weiter, wohlwissend, dass man niemals alles anschauen kann. Die Pornos
die man bereits besitzt interessieren einen nicht, es geht nur noch darum immer mehr
herunterzuladen.
Schließlich kam der Tag, auf den ich mich innerlich schon so lange vorbereitet habe:
Sämtliches Pornomaterial wurde ein letztes mal auf DVD gebrannt, ALLE Dateien, egal, ob
Bild oder Film wurde gelöscht und sämtliche Verzeichnisse in der die jeweiligen Kategorien
gespeichert waren, wurden eliminiert.
So weit, so langweilig.
Doch was jetzt geschah, überraschte mich selber:
Ich wurde wieder aktiver und fröhlicher!
Dieses andauernde Herunterladen hatte mich doch ziemlich unter Druck gesetzt. Ständig gab es
Listen, die „abgearbeitet" werden mussten, ständig war ich in Gedanken beim „Saugen", all
dies blätterte nun von mir ab! Ich merkte, wie sehr die Pornos mein Denken beeinflusst
haben und wie frei ich nun war und es immer noch bin.
Ich habe nun mehr Energie im Alltag, bin aber gleichzeitig entspannter und kann souveräner
mit Stresssituationen umgehen.
Allerdings: „Manchmal kommen sie wieder"! Die Gedanken, dass man jetzt doch noch
schnell ein paar Pornoseiten besuchen könnte, oder mal schnell die alten DVDs
hervorkramen könnte...
Aber ich weiß: Es gibt nur den kalten Entzug! Alles andere ist was für Warmduscher, die sich
selber betrügen! Wer wirklich „clean" bleiben will, der muss die Pornos wirklich komplett aus
seinem Leben verbannen. Dies heißt auch, dass man sich den Entzugserscheinungen
stellen muss. Bei mir waren das Probleme beim Einschlafen, Antriebslosigkeit, schlechte
Laune. Erst nach ca. 2-3 Wochen stellten sich bei mir die o.g. positiven Effekte ein.
Es hat sich also auf jeden Fall gelohnt.
Danke fürs Lesen und viel Erfolg allen, die es auch schaffen wollen.
xxx
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